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Lohnt sich: Sojaanbau in Deutschland

    Die Nachfrage nach heimisch erzeugtem Soja wächst. Dies liegt zum einen am Boom vegetarischer Produkte, aber auch am Ukrainekrieg, der zu Engpässen von GVO-freien Soja führt. Trotz des großen Wachstums, kann die hohe Nachfrage nach heimisch erzeugtem Soja bisher nicht gedeckt werden. Soja ist ein Zukunftsmarkt. Es gibt aber auch noch andere Gründe, warum der Anbau der Hülsenfrucht für Landwirt:innen in Deutschland rentabel und sinnvoll ist.

    Im Jahr 2022 ist die Sojafläche in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um fast 50 Prozent auf nunmehr ca. 51.400 ha gewachsen. Anbauschwerpunkte waren bisher Bayern und Baden-Württemberg. Hier ist die Sojabohne bereits die wichtigste Körnerleguminose. Mit besonders ertragreichen Soja-Varianten soll der Anbau künftig aber auch in kühleren Regionen wie etwa Norddeutschland möglich sein. Ob der Anbau in Ihrer Region funktionieren könnte, können Sie im Geoportal „Anbaueignung für Sojabohnen“ des Julius-Kühn-Instituts nachschauen. Neben dem richtigen Sojastandort ist auch die passende Sojasorte wichtig: Momentan gibt es 60 verfügbare Sorten von insgesamt 20 Anbietern in Deutschland.

    Weiteres starkes Wachstum erwartet
    Mittelfristig wird ein weiteres starkes Wachstum von mindestens 100.000 ha erwartet. Doch dies reicht bei Weitem nicht aus, um die hohe Nachfrage in Deutschland zu decken. Trotz der steigenden Anbauflächen werden bisher nur etwa drei Prozent der jährlich in Deutschland benötigten Sojabohnen im Land produziert. Der Großteil wird noch immer importiert. Dabei wäre es nach Angabe des Deutschen Sojaförderrings e.V. möglich, in Deutschland ca. zwei Millionen Tonnen Sojabohnen pro Jahr zu produzieren und damit 40-50 Prozent unseres Bedarfs zu decken.

    Vorteile des Sojaanbaus
    • wachsende Nachfrage (Zukunftsmarkt)
    • Anbau für viele Landwirt:innen in unterschiedlichen Regionen Deutschlands sinnvoll und rentabel
    • regional, nachhaltig und schonend für die Umwelt
    • bereichert die Fruchtfolgen, belebt den Boden, kann Fruchtfolgeprobleme lösen
    • besonders wertvolle Körnerleguminose mit hohem Anteil an essenziellen Aminosäuren
    • keine Abholzung von Regenwald
    • verringert die Importabhängigkeit
    • nachhaltige Produktion unter strengen deutschen Umweltauflagen und Sozialstandards
    • gentechnikfrei – nicht mit Glyphosat behandelt

    Zu schade für den Futtertrog
    Bisher wird der Großteil des Sojas als eiweißreiches Futtermittel verwendet, dabei ist besonders der Markt für pflanzliche Alternativen, wie Sojamilch, Sojaöl oder Fleischersatzprodukte, attraktiv. Die Rügenwalder Mühle baut bereits seit 2020 Soja in Deutschland an. Die Anbauflächen wurden seitdem jährlich verdoppelt. Das Unternehmen wirbt damit, dass das Vegane Mühlen Hack komplett aus deutschem Soja hergestellt wird.

    Keine großen Anforderungen an den Boden
    Grundsätzlich stellt die Sojapflanze keine großen Anforderungen an die Böden. Lössböden sind am besten, sie wächst aber auch auf schnell erwärmbaren Standorten. Besonders steinige Böden sowie Böden mit hoher Stickstoffnachlieferung sind ungeeignet. Die Pflanze braucht genügend Wasser im Juli und August, um die Körner auszubilden. Auf sandigen Standorten funktioniert nach Informationen des Sojaförderrings eine zielgerichtete Beregnung. In der Fruchtfolge bietet die Leguminose einen guten Vorfruchtwert. Sie hinterlässt nicht nur Reststickstoff, sondern auch eine gute Bodenstruktur. Gute Vorfrüchte sind Wintergetreide, ebenso wie späträumende Zuckerrüben und Körnermais.

    Vorsicht bei Ernte und Lagerung
    Sojabohnen werden im September geerntet. Um Qualitätsverluste zu vermeiden, dürfen die Schalen der Bohnen bei Drusch, Transport, Trocknen und Einlagern möglichst nicht beschädigt werden. Zudem dürfen sie sich beim Trocknen und Lagern nicht erwärmen, da die fetthaltigen Samen sonst ranzig werden. Ebenfalls notwendig ist eine regelmäßige Kontrolle von Geruch, Temperatur und Feuchtigkeit.

    Abnehmer aus dem Lebensmittelsektor
    Insgesamt gibt es bei der Abnahme noch ein Nord-Süd-Gefälle. Die meisten Lebensmittelhersteller sind zwar bislang im Süden angesiedelt, es gibt aber auch schon einige Verarbeiter aus dem Lebensmittelsektor im Norden. Vor dem Anbau muss geklärt sein, welche Vorgaben von Seiten der Hersteller erfüllt sein müssen, wie etwa Sortenauswahl, Eiweißgehalt, etc.

    Umfangreiche Informationen zu Anbau, Lagerung und Vermarktung
    Der Deutsche Sojaförderring e.V. bietet auf seiner Webseite umfangreiche Informationen zu Anbau, Lagerung und Vermarktung mit Videos und Marktübersichten sowie einer gesonderten Broschüre zum Anbau von Tofusojabohnen. Außerdem bietet der Verein eine Liste mit potenziellen Abnehmern und einen Überblick zu den aktuellen und passenden Sorten und ihren Bezugsquellen unter: www.sojafoerderring.de

    Weitere Informationen: Eiweißpflanzenstrategie des BMEL unter: www.bmel.de

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